Umfrage

Wer wird neuer Bayern-Trainer?

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Bericht

 

Marcel - Stell dir vor es ist UEFA Pokal Halbfinale und keiner kommt mit! So geschehen beim Auswärtsspiel in St. Petersburg. Mir war es egal, denn ich freute mich schon seit Wochen auf dieses Spiel. Einen Tag vor dem Abflug bekam ich dann auch noch mein Visum und konnte die Eintrittskarten bei Nick im Dampfladen abholen. Am frühen Donnerstagmorgen traf eine Delegation der Hotzenwald-Hänner bei uns in Geroldswil ein. Da 1. Mai war und Richi nicht arbeiten musste, konnte er uns zum Flughafen fahren und die Hotzenwälder konnten so die Parkgebühren in Kloten sparen. Wir waren frühzeitig dort und konnten in aller Ruhe einchecken und am Gate auf unseren Flieger warten. Ich hatte zum Glück genügend Flugmeilen, sonst hätte mich der Spass fast Fr. 2'000.- gekostet. Die Hotzenwälder liessen ihre Reisebüro-Beziehungen spielen und kamen so über eine russische Fluggesellschaft an ein einigermassen günstiges Flugticket. Der Flug selber verlief problemlos, hoffentlich auch, wenn wir schon mit der SWISS unterwegs sind. Sogar das Essen, Rindsgulasch, war hervorragend. Den Rest vom Flug hab ich verpennt, aber man verpasst ja auch nicht wirklich etwas. Kurz vor Leningrad wurde ich aber geweckt und bekam einen Zettel in die Hand gedrückt, dort musste ich meine Visumsnummer, Passnummer etc. eintragen. Ich war mir bis zum Schluss nicht ganz sicher was ich da genau ausfüllen musste, aber egal, die Russen können ja unsere Buchstaben genauso wenig lesen wie wir die russischen. Nach der Landung raus aus dem Flieger ab zum Zoll. Unterwegs konnte ich noch unsere beiden übrigen Tickets zum Originalpreis verkaufen. Immerhin schon mal der erste Erfolg. Am Zoll angekommen waren ganz düstere Gestalten hinter dem Glas und die Bullen hatten ne MG umgeschnallt. Wir drei kamen aber trotzdem ohne Probleme durch den Zoll und somit waren wir gesund und munter in Russland. Thöm erzählte etwas von einer Taximafia. Als wir mit dem Taxi in die City wollten, wusste ich was er meinte. Wie damals in Belgrad kamen duzende Männer auf uns zu und wollten, dass wir mit ihnen mitfahren. Als wir nach dem Preis fragten gab es ein kleines Missverständnis. Sie sagten etwas von 50 Euro. Wir verstanden aber 15 und wollten sie auf 10 runter märten. Logischerweise klappte dies dann nicht und wir suchten uns eine andere Mitfahrgelegenheit. Dann kam uns ein Kleinbus gerade recht. Eine Russische Variante eines Grossraumtaxis. Dort konnten wir drei plus geschätzte 14 andere mitfahren, zum Preis von umgerechnet etwa 30 Cent. Wir hatten keine Ahnung wo wir raus mussten, also versuchten wir mit dem Fahrer zu kommunizieren. Dies gelang uns sogar. So standen wir also plötzlich auf einem grossen Platz mitten in St. Petersburg. Die Stadt hat mir sehr gut gefallen, echt geil und ich werde sicher irgendwann wieder mal dort hin reisen. Zu Fuss machten wir uns auf den Weg zu diversen Sehenswürdigkeiten und bekamen immer wieder Hilfe von einigen freundlichen Russen. Wir hätten uns vielleicht nicht unbedingt als FCB Fans zu erkennen geben sollen. Kaum 10 Minuten unterwegs kam schon eine Gruppe auf uns zu und fragten uns, ob wir aus Bavaria kommen. Wir sagten natürlich ja und dann folgten schon die nächsten Fragen: Hooligans? Ultras? Diese beiden Fragen verneinten wir natürlich und schon waren sie weg. Aber wie erwähnt gab es auch freundliche Kanisterköpfe und diese zeigten uns den Weg. Nur lachen kann ein Russe anscheinend nie. Hab zumindest in den zwei Tagen keinen gesehen. Da 1. Mai war, waren die Strassen von diesen Kommunisten überfüllt. Also verzogen wir uns aufs Wasser und machten eine Bootsfahrt. War noch ganz amüsant. Wer aber glaubt, man könne in Leningrad günstig Urlaub machen, der irrt. Die haben Preise wie in der Schweiz. So kostete auch diese Bootstour um die Fr. 30.-, ging dafür auch ne Stunde. Als wir wieder an Land waren suchten wir das Stadion. Zu Fuss wäre es wohl etwas weit gewesen, also nahmen wir uns doch noch ne Taxe. Thöm sass vorne, die Todesangst war ihm ins Gesicht geschrieben. Taxifahrten in solchen Ländern - das letzte grosse Abenteuer! Vor dem Stadion suchten wir verzweifelt den Gästeeingang. Die Bullen und Ordner wollten uns immer zum Haupteingang schicken, aber da wir nur 3 Rote in mitten einer blauen Übermacht waren, verzogen wir uns etwas auf die Seite. Hinter uns fuhren dann ein paar neutrale Busse durch, am Fenster erkannten wir den Humba Harry. So liefen wir den Bussen nach und trafen da auf einen Wachposten. Die wollten uns jetzt aber nicht reinlassen, weil wir nicht mit dem Auto unterwegs waren und keinen gültigen Ausweis dabei hatten. Es standen aber auch Leute an, die ganz andere Probleme hatten. So musste unter anderem einer sein Gewehr abgeben. Plötzlich kamen dann zwei Sicherheitsbeauftragte vom FC Bayern und fragten was los sei. Sie kamen nämlich auch nicht durch diese Sicherheitsschleuse. Die Bullen wollten uns immer wieder zum Haupteingang schicken, doch wir weigerten uns erfolgreich und durften dann schlussendlich doch hindurch. Mussten nur noch auf einen Soldaten warten der uns dann mit Gewehr zum Stadion begleitete. Die Sicherheitsleute vom FCB fragten uns wie wir angereist seien, alleine sei es doch viel zu gefährlich. Die Sicherheitsstufe sei noch höher als in Belgrad, darum habe es um die 10'000 Sicherheitsleute im und ums Stadion. Eigentlich ganz schön krank für ein Fussballspiel, aber die Russen wollten halt nichts riskieren, schliesslich haben sie ja das Champions League Finale in Moskau. Nach kurzem Marsch zum Stadion standen wir dann auch mitten im Bayern Pöbel. Für über 120'000 Mitglieder ganz schön wenige, immerhin ging es um den Finaleinzug. Dort wären dann wohl wieder 20'000 Touristen mitgereist . Vor dem Eingang versuchte ein Russe via Dolmetscher die Zaunfahnen zu verbieten. Erst beanstandete er ein Symbol, war das alte FCB Logo, dann fragte er noch was darauf stehen würde. Er bekam dann erklärt es sei eine kleine Stadt in Deutschland. Aber ob die auch Feuerfest sei? Und so weiter. Wir hatten da echt keinen Bock drauf und nahmen sie einfach mit rein und niemand motzte. Die Kontrollen waren ganz schön streng, die BFC Zürich Fahne hing dank freundlicher Mithilfe des halben Blockes (Klebeband, Festhalten, Geraderücken etc.) ziemlich schnell. Mit dem Hotzenwald-Fähnchen (ca. 5 * 10m kurz) hatten wir mehr Probleme, also eigentlich eher das Militär. Hatten Panik als ich nur kurz auf das Geländer gestiegen bin. Egal, auch die hing und ich musste aufs WC. Gerade als ich raus wollte rannte einer mit Megafon in der Gegend rum und brüllte auf Deutsch-Russisch wir sollen alle zurück in den Block. Anscheinend haben die Russen versucht die Hütte zu stürmen und der Gästeblock lag nun mal sehr nahe beim Eingang. Ich musste trotzdem auf Klo und wurde auf ein ToiToi verwiesen. Nicht schlecht für einen Verein der im UEFA Pokalhalbfinale steht. Zum Essen duften wir dann doch noch eine Tür weiter nach draussen zu den Fressständen. Wären aber lieber drinnen geblieben. Das Essen war noch schlimmer wie in Belgrad oder Getafe, man wurde nach Strich und Faden ums Rückgeld beschissen und im Fanshop gab es nur Wimpel mit der Aufschrift FCZ und das will ja wirklich keiner. Kurz vor Anpfiff hatte es inzwischen mehr Sicherheitsleute als FCB Fans. Pro Fan kamen etwa 2. Die Bullen hatten Unterstützung der russischen Armee, die gleich eine ganze Division abstellten. Schon geil wenn du da im Stadion stehst und rundherum alle behelmt und in Uniform - Bagdad lässt grüssen. Die Russen zeigten dann noch über die ganze Kurve ein Spruchband, einmal der Spruch auf deutsch und einmal auf russisch: “Wir warten nicht auf den 09. Mai – die Kapitulation muss heute geschehen!“ Elendes Pack! Wenn in München die Türken mit ein paar ALDI Tüten begrüsst werden gibt’s ne Strafe, aber bei den Kommunisten passiert gar nix. Beim Einlaufen der Teams gab’s ein paar Blockfahnen und eine Pyroshow. Auf der einen Blockfahne war ein Blauweisser Ritter zu sehen der einen Rotweissen umhaut, oben und unten Spruchbänder: München Marienplatz – Blau/Weiss/Blau siegt immer! Ihr seid scheisse wie der TSV kommt mir da gleich in den Sinn. Das Spiel verlief nicht gerade wie gewünscht, schon eine peinliche Darbietung. Vor allem Olli und Othmar hätte ich den Finaleinzug gegönnt, aber wenn man hinten so schwach spielt, muss man sogar noch über ein 0:4 froh sein. Schade, aber ne verdiente Klatsche. Nach dem Spiel gab’s ne Blocksperre von fast einer Stunde, wie halt üblich in solchen Ländern. Danach ab ins Gedränge und raus auf die Strasse, dort schnell in ein Taxi und zügig ins Hotel zurück. Die Russen drehten inzwischen völlig durch und feierten zu 10'000en auf den Strassen von St. Petersburg. Der Taxifahrer konnte sogar englisch und erklärte uns ein wenig die City. 2 Mio. Männer bei 5 Mio. Frauen, es sei hier sehr einfach eine abzukriegen weil sie eben in der deutlichen überzahl seien. Nur im Fall es jemand in seine Urlaubsplanungen mit einbeziehen möchte. Wir gerieten dann doch noch mitten unter ein paar “Fanatics“ und in ein kleines Motorradrennen mitten durch die Stadt. Wenn der Taxifahrer Recht hatte, hat uns sogar Putin überholt. Der wohne angeblich in St. Petersburg und sei Zenit Fan. Im Hotel, Holiday Inn (4*), mussten wir erstmal einchecken. Ich hatte eigentlich kein Zimmer und wartete deswegen etwas abseits. Den Abend liessen wir in der Hotel Lobby und der Bar ausklingen. Ein paar Russen flogen dort fast von den Stühlen, kommt halt vom vielen Wodka. Als wir dann aufs Zimmer gingen stand da plötzlich eine Türe sehr weit offen, ich schaute kurz rein. Aber ausser einer ziemlich jungen Frau im Bademantel die verdammt wütend dreinschaute war da nichts zu sehen. Also verzogen wir uns wieder und eine Türe krachte ziemlich laut hinter unserem Rücken zu. Im Zimmer machte ich es mir auf dem Boden gemütlich, ist halt so wenn man zu dritt in einem Doppelzimmer übernachtet. Jedenfalls war’s günstig, fast so wie bei den Serben. Nach einem erholsamen schlaf bei 45 Grad Zimmertemperatur, haben erst am Morgen gemerkt dass die Heizung voll aufgedreht war, gingen wir Frühstücken. Eigentlich musste man seinen Zimmerpass zeigen, nur hatte ich ja keinen. Aber die Frau am Eingang schaut ja auch nicht immer hin, somit konnten wir dann doch alle 3 zusammen Frühstücken. Gratis ist das Essen eh am besten. Nachher schauten wir uns noch etwas in der näheren Umgebung des Hotels um. Unter anderem war da das Gebäude mit dem Namen Moskovskaya. Unser verdacht es handle sich um eine Wodka Brauerei konnte sich nicht verhärten, muss wohl Regierungsgebäude sein. Sehr schöner Brunnen und recht grosser Platz davor. Sehr schön, wie fast alles in der Innenstadt. Danach ging es dann zum Flughafen zurück, kurz was essen, die Bedienung machte es uns zwar nicht leicht, im Flughafenshop was gekauft und ab zum Gate. Eigentlich wollte ich noch Karten verschicken, doch leider bekommt man in Russland Briefmarken nur in Postfilialen. Leider war das der einzige Schuppen der im Flughafen geschlossen hatte und ich konnte die Karten zu Hause verteilen, war ja nicht das erste Mal. Der Rückflug war problemlos, nur das Essen war nicht so mein Ding und ich verzichtete. In Zürich mussten wir dann mit der S-Bahn bzw. Bus nach Geroldswil zurück. Somit ging, zumindest für mich, eine geniale Reise zu Ende. Wenn da nur nicht dieses blöde Fussballspiel gewesen wäre. Die Hotzenwälder sind danach hoffentlich auch noch heil zurück in ihren Wald gekommen.

 

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Aussagen und Meinungen vom Autor sind als unabhängig vom FC Bayern München Fanclub Zürich zu betrachten und entsprechen nicht zwingend der offiziellen Meinung des FC Bayern München Fanclub Zürich.