Umfrage

Wer wird neuer Bayern-Trainer?

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Bericht

 

Marcel - Wie zu erwarten konnte ich zu diesem Trip niemanden überzeugen mitzukommen. Eigentlich wollte ich mit der SWISS fliegen, dort hätte ich noch Flugmeilen gehabt und die Reise wäre durch die sehr günstig geworden. Leider hab ich zu lange auf andere gewartet und dadurch konnte ich mir diese günstige Variante abschminken. Ein Hotel hab ich auch keins mehr gefunden und einen Flug gab’s auch nur noch bei JAT Airways, einer Serbischen Fluggesellschaft. Um doch nicht ganz unvorbereitet in dieses, mir nicht ganz so geheure Land einzureisen, hab ich mich im Internet etwas schlau gemacht. Da weder das Auswärtige Amt noch die Botschaften von einem erhöhten Kriegsrisiko berichteten, war ich schon mal etwas beruhigt. Die Notfallnummern beider Botschaften hab ich mir aber doch aufgeschrieben, wenn was ist, hätte ich dann wenigstens wählen können wohin ich will. Doppelbürger zu sein hat schon so seine Vorteile. Ohne Hotel und ohne (serbisches) Geld ging die Reise also am Donnerstagmorgen los. Zuerst suchte ich mal in allen 3 Check-In Gebäuden des Unique Airport nach dem richtigen Schalter. An der Information wurde ich dann doch noch ans Ziel gelotst und nach kurzer Zeit war ich dann auch vor dem richtigen Gate. Dort kamen dann auch noch 2 Belgrad Fans dazu und wie ich dann in Belgrad feststellte 2 Mitglieder des FCB Fanclubs Hotzenwald – Hänner. Der Flug mit der schrottreifen Maschine war an sich schon ein Abenteuer. Die TV Geräte waren mit Silikon oder sonstigem Dichtungsmaterial an die Decke geklebt und auch sonst war alles etwas anders. Aber wenn eine Maschine in Zürich Start- bzw. Landeerlaubnis bekommt, kann es ja nicht wirklich schlimm sein. So konnte ich ein wenig beruhigter nach Belgrad fliegen. Als ich Belgrad erreicht hatte dachte ich im ersten Moment der Pilot hätte ne Schlaufe gedreht und sei in Dietikon notgelandet. Warum kann sich ja wohl jeder selber denken. Bei uns kann man einfach durch den Zoll laufen, Pass zeigen und fertig. Aber nein, ausgerechnet in solchen Ländern bekommt man einen Stempel. Wenigstens bekam ich so meinen ersten Stempel in den Pass. In der Ankunftshalle wimmelte es nur so von Leuten. Eigentlich wollte ich zuerst mal etwas Geld zum EC Automaten raus lassen, doch die vielen komischen Gestalten machten mir ein wenig Angst und jeder 2. von ihnen wollte mir noch eine Taxifahrt in die Stadt andrehen. Ich wartete bis ich endlich mal einen Deutschen antraf, denn ich hatte immer noch kein Hotel. Da mir die Hotzenwälder bekannt vorkamen hab ich mich an sie gewandt. Zusammen mit den beiden verbrachte ich dann den Rest der Reise. Wir fuhren dann also mit einem der unzähligen Taxifahrer in die Stadt. Auch das war irgendwie komisch, wir mussten erst mal 5 Minuten zu seinem Auto laufen und ein Taxi-Schild hatte er auch keines auf dem Auto. Das Schild lag hinten auf dem Rücksitz, mit Magnetfüssen befestigte er es dann auf dem Autodach. Er erklärte uns, in Englisch, ein wenig die Stadt und dass er sein Auto aus Frankfurt habe. Mein englisch ist leider nicht so gut, sonst hätte ich ihn gefragt wem es den jetzt fehlen würde. Der Taxifahrer führte uns direkt vor ein Hotel, von dem wir wussten dass sich dort schon viele andere FCB Fans eingemietet hatten. Leider war alles ausgebucht. So verbrachten wir die nächsten paar Stunden mit Essen, Trinken einem kleinen Stadtrundgang und eben der Suche nach einem Hotel. Leider war noch eine Messe, für was auch immer, daher waren Zimmer ziemlich rar. Zumindest die bezahlbaren, für über 100 Euro hatte es noch genügend. Dank Beziehungen kamen wir doch noch an eine Jugendherberge, die mussten wir auch zuerst mal suchen. Vorher wurde aber noch eine Pizza verdrückt, wir dachten dass man da nicht viel falsch machen könnte. Sie war sogar einigermassen geniessbar. Die Suche nach dem Hotel wurde auch etwas schwerer als erwartet, doch zu unserer Überraschung waren die Leute sehr hilfsbereit und einige konnten sogar Deutsch. Man hat halt so seine Vorurteile… Als wir dann an einer Eingangstüre den Schriftzug Green Studio (oder so in der Art) entdeckten, waren wir endlich am Ziel. Es war ne elende Bruchbude, sah ziemlich zerbombt aus. Die Frage war nur aus welchem Krieg die ganzen Schäden stammten, vom 1. oder vom 2. Weltkrieg. Das Hotel befand sich im 6. Stock, den Lift wollten wir aus Sicherheitsgründen nicht benutzen. Oben angekommen sahen wir erst mal eine Kifferbande, einer von denen war auch gleich der Chef. Er zeigte uns dann noch kurz unser Zimmer, ein Raum mit 2 Doppelstockbetten. Das 4. Bett blieb aber zum Glück ungenutzt. Dann mussten wir noch ein paar Angaben angeben. Geld wollte er noch keines, erst bei der Abreise. Wir gingen also wieder raus und dann gleich mit einem Taxi zum Stadion. Wir mussten schliesslich noch die Zaunfahnen aufhängen und Tickets verkaufen. Vor dem Stadion angekommen sind wir dann zügig zum Gästeblock gelaufen, man weiss ja nie wie die Belgrad Fans so drauf sind. Auf dem Weg dorthin sprach uns ein Serbe an, er sei selber jahrelang in Deutschland gewesen und hätte in Speyer (oder in der Nähe) Fussball gespielt. Aber die Deutschen seien ihm viel zu diszipliniert und er halt nicht. Er erzählte uns auch noch, dass in der Serbenliga höchstens 10'000 Zuschauer kämen, heute aber die Hütte voll sei. Alle seien fanatisch und im Falle, dass Bayern gewinnt, sollen wir ja nicht Deutsch sprechen in der Stadt. Sonst gibt’s was auf die Fresse, dies sei hier normal. Zuerst wollten uns die Bullen nicht rein lassen, als dann aber die ganzen FCB Busse ankamen war es ihnen dann doch riskant und steckten die ganze Meute in den Block. Dort gab es zwar grosse Toiletten aber der Imbissstand war irgendwie im Nebenblock. Ich wunderte mich kurz warum im ganzen Stadion, ausser bei uns, an jedem Stuhl eine Kassenrolle hing. Nach den ersten Gesängen merkte ich warum: Es waren Wurfgeschosse! Eigentlich für die Choreo beim Einmarsch der Teams gedacht, wurden sie als Geschosse missbraucht. Wir provozierten dann ein wenig mit DEUTSCHLAND rufen und der Mob im Nebenblock tobte. Nach und nach schritt dann die Staatsmacht ein um uns zu schützen. Mich hat zum Glück in der ganzen Zeit keine Kassenrolle getroffen, neben mir gab es aber ein paar böse Treffer. Als dann die Choreo endlich startete wurde es zum Glück etwas ruhiger, aber nicht akustisch. Es war schon verdammt abartig was da los war, typisch Balkan halt. Vor allem wenn man noch bedenkt dass sonst eben „nur“ 10‘000 Leute im Stadion sind und dadurch die Verständigung sicher nicht vereinfacht wird. Das Spiel war nicht besonders gut, dafür spannend. Als dann Roter Stern auch noch in Führung ging hab ich eigentlich nur noch höchstens mit einem Punkt gerechnet, zum Glück kam es dann aber doch anders und unser neuer Fussballgott Toni Kroos drehte das Spiel zu unseren Gunsten. Das Stadion tobte und ich hatte zum jetzigen Zeitpunkt echt keine Lust das Stadion zu verlassen, alleine aus Sicherheitsgründen. Die Meldung vom Bück kam dann auch prompt: 1 Stunde Blocksperre! Die Serben drehten teilweise völlig durch und versuchten auf der gegenüberliegenden Tribüne ein Feuer zu entfachen. Es gelang ihnen nicht, leider. Ist ja deren eigenes Stadion und wenn sie es unbedingt kaputt machen wollen geht’s mir am Arsch vorbei. Die Blocksperre entpuppte sich als eine sehr kurzweilige Veranstaltung. Ein paar Einheimische zeigten uns dann noch ihren Allerwertesten, klar kam dann ein “Anal Erotica Fanclub – Wir fixxen Euch alle in den A…“ und sonstige nicht ganz jugendfreie Texte. Zudem wurde ein neues, wenn auch altbekanntes, Lied vorgetragen “Ich geh mit meiner Laterne…“, tönt noch echt geil wenn in einer dunklen und kalten Belgrader Nacht ein ganzer Fanblock dieses Lied anstimmt. Die meisten Belgrader haben wohl keine schönen Wohnungen, jedenfalls wollten die einfach nicht nach Hause. Keine schlechte Taktik um den Gegner oder Feind noch ein bisschen länger ins Stadion zu sperren. Kurz vor 01 Uhr durften wir dann doch noch zum Stadion raus, nach knapp 7 Stunden war ich auch irgendwie froh wieder draussen zu sein. Vor dem Stadion verzogen sich die meisten FCB Fans wieder zurück zu ihren Reisebussen. Nur ein paar wenige, zu denen auch wir gehörten, wagten sich zurück in die Stadt. Die Strasse war gesperrt, links und rechts alles voller Polizisten. Wir mussten noch bei einem kleinen Park vorbei, auch der voller Bullen. War schon irgendwie ein geiles Bild, auf der Strasse vielleicht 50 Bayern Fans, begleitet von weit über 100 Polizisten. Nach gut 10 Minuten Fussmarsch waren wir dann auch endlich bei einer Hauptstrasse angelangt, dort in ne Taxe und ab zum Hotel Royal. Dort warteten auch schon zig andere FCB Fans die dort einquartiert waren. Wir verbrachten den restlichen Abend mit ein paar Hamburger Bekannten der Hotzenwälder. Ein wirklich schöner ausklang dieses tollen UEFA Pokalabends. Irgendwann zwischen 04.30 Uhr und 05 Uhr fuhren wir dann wieder zurück zu unserer Baracke. Keine Ahnung wie es uns gelang unversehrt durchs dunkle Treppenhaus zu wandern und dann auch noch heil oben anzukommen. Kurz Zähneputzen und ab in den Schlafsack. Ich traute den Kiffern nicht zu, dass sie die Bettwäsche richtig sauber gemacht haben. Andere wickelten sich wiederum in die Zaunfahne ein, auch ne Variante. Am nächsten Morgen kurz angezogen, die Kifferbande gesucht (“leider“)nicht gefunden und weg waren wir. Man muss ja schliesslich sparen wo man kann… Mit dem Taxi zum Flughafen, kurz was gegessen und ab zum Gate. Natürlich bekamen wir am Zoll wieder einen Stempel, nachdem ich endlich den JAT Schalter gefunden hatte. Mit uns flog eine, so wie es aussah Profitennisspielerin, haben leider bis heute nicht raus gefunden wer es wirklich war. Aber egal! In Zürich angekommen trennten sich dann unsere Wege wieder, denn ich musste so schnell wie möglich nach Schlieren. Dort angekommen durfte ich dann noch den halben Tag arbeiten, natürlich war ich todmüde. Aber mit minus 7,5 Ferientagen hat man halt nicht mehr viel Spielraum. Die Reise war ein wirkliches Highlight und ich bin wirklich froh dass ich auf niemanden gehört habe und trotzdem dorthin geflogen bin. Zu guter letzt möchte ich mich noch ganz herzlich bei den beiden Hotzenwäldern für die Hilfe und freundliche Aufnahme bedanken!

 

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Aussagen und Meinungen vom Autor sind als unabhängig vom FC Bayern München Fanclub Zürich zu betrachten und entsprechen nicht zwingend der offiziellen Meinung des FC Bayern München Fanclub Zürich.